Welche Formen von digitalem Lernen brauchen wir?

Wir alle konsumieren jeden Tag digitale Informationen auf dem Internet. Wir sind mehrmals täglich online, sei es im privaten oder im beruflichen Umfeld. Von Zeitungsnachrichten zu homepages und Online Einkauf via App, wir alle brauchen diese Formen der Kommunikation ständig (Text, Video, Podcast).

Clive Shepherd, <http://www.cliveonlearning.com”, hat in einem kurzen Video seine über 20jährige Erfahrung mit dem digitalen Lernen zusammengefasst. Hier eine Kurzfassung seiner wichtigsten Erkenntnisse.

Das Abrufen von digitalen Inhalten ist die wichtigste Form des digitalen Lernens für die meisten Menschen. Da in der Schweiz über 85% der Bevölkerung Zugang zum Internet haben, ist dieses Medium, neben TV, Leitmedium geworden.

Welche Formen von digitalem Lernen brauchen wir?
Die zweite Form beinhaltet die digitale Zusammenarbeit über das Internet (Soziale Netzwerke, Learning Management Systems-LMS, virtuelle Klassenräume, Webinars etc.). In Betrieben, in Bildungseinrichtungen und in allen möglichen Formen von Gruppen wird sie zum Austausch und zur Bearbeitung von Inhalten gebraucht.


Die dritte Form beinhaltet interaktive Lerneinheiten und Instruktionen, die wir in unserem eigenen Tempo bearbeiten können. Diese Form wird heute «e-learning» genannt. Obwohl es oft nicht beliebt ist bei Mitarbeitenden oder Studierenden, hat es uns viele Vorteile gebracht. Wir können effizient zuhause oder unterwegs arbeiten und lernen, sparen damit auch Reisezeit. Unsere Kompetenzen prüfen wir online selber. Inhalte sind mehrfach abspielbar, unterschiedliche Zielgruppen können sie gleichzeitig benutzen, auch wenn sie ausserhalb der grossen Zentren leben. Die Inhalte werden wesentlich günstiger.
E-learning ist nicht wirklich finanziell erfolgreich geworden, im Gegensatz etwa zu sozialen Medien wie Facebook, Instagramm oder Whatsup.

Die vierte Form des digitalen Lernens bezeichnet Clive Shepherd als «high end content», anspruchsvolle digitale Anwendungen, die wir online nutzen können (virtuelle Realitäten, Spiele-Games, Simulation). Das Gamen ist besonders für Jugendliche weltweit die Hauptform ihres digitalen Lebens geworden. Viele Stunden verbringen sie am Smartphone oder Computer mit diesen Spielen. Im beruflichen Umfeld hingegen wird Simulationssoftware für die Industrie und im Bau verwendet.

Wie effizient sind diese Lernform gegenüber dem Kurs- oder Klassenraum? Wenn wir beim e-learning die gleichen Inhalte wie im Klassenraum vermitteln, ist e-learning effizienter und günstiger. Diese Form ist im Berufsumfeld oder bei Lernenden vielfach nicht sehr beliebt. Es werden Inhalte vermittelt, welche die Lernenden und Mitarbeitenden wissen müssen, die sie aber nicht wirklich interessieren.

Die vierte und nachhaltigste Form des Lernens ist nach wie vor, die 1:1 Vermittlung, da sie viel stärker personalisiert werden kann als die allgemeine digitale Vermittlung. Die Inhalte können, je nach Lernendem, laufend angepasst werden, z.B. die Stoffmenge, die Beispiele oder die Praxisübungen. Die Lerngeschwindigkeit ist ebenfalls einfacher anzupassen. Die Lehrperson kann laufend Feedback geben. Diese Vermittlungsform ist zugleich auch die teuerste, die nicht beliebig skalierbare Form.

Welche Schlussfolgerungen ziehe ich als Ausbilderin für meine Berufspraxis?
Das Arbeiten, Lernen und die Freizeit sind in vielen Lebensbereichen digital geworden, es gibt keine Trennung mehr zwischen digitalem und analogem Lernen und Arbeiten. Je nach Situation wähle ich einen Mix von beidem aus. Die geschickte Verbindung ist dabei entscheidend für den Lernerfolg.

Dazu gehört unbedingt auch die Zeit für das Abschalten der digitalen Werkzeuge. Wir brauchen Zeit für Reflexion, für Entschleunigung.

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