Texten statt sprechen

Der Beitrag von Heiner Hug vom 4. September 2017 in der online-Zeitung journal21.ch
spricht mir aus dem Herzen:

Wir telefonieren nicht mehr

“Kommunikation ist alles, heisst es. Von wegen.
Was heisst kommunizieren? Miteinander reden, aufeinander eingehen, zuhören, sich abtasten. Das tun wir nur noch selten. Wir knallen uns Hunderte E-Mails, SMS und Tweets auf den Computer und das Smartphone. Ist das kommunizieren?”
https://www.journal21.ch/wir-telefonieren-nicht-mehr
Ich staune immer wieder darüber, dass die Menschen auf dem Arbeitsweg und im Privatleben ständig auf ihr Smartphone schauen. Berufliche und private Zeit geht mit dem Schreiben von emails, SMS, Whatsup etc. verloren. Selten werde ich auf meinem Arbeitsweg noch direkt angesprochen.  Es entwickeln sich keine spontanen Gespräche mehr im öffentlichen Verkehr. Allenfalls noch mit kleinen Kindern, die neugierig sind und mir offen in die Augen schauen. Oder mit älteren Leuten, die kein Smartphone in der Hand haben. Meist werde ich nicht angeschaut, höchstens beim Aussteigen aus dem Zug oder Tram angestossen, auf die Seite gestossen. Eine Entschuldigung für dieses Anrempeln ist selten. Dieses “Nicht kommunizieren” findet nicht nur in der Schweiz statt, sondern in der ganzen Welt, von San Francisco bis nach Sibirien. Alle sozialen Gruppen beteiligen sich daran.
Der berühmte Psychologe und Verhaltensforscher Paul Watzlavick meinte vor nicht so langer Zeit:
 “Man kann nicht nicht kommunizieren”. Doch, man kann.
Ich freue mich auf lange Telefonate mit Freunden und Bekannten von hier und dort im kommenden Herbst. Ganz altmodisch eben, kommunikative Vollwertkost.
 

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