Selbstgesteuertes Lernen bleibt nach C…..

Die Herausforderungen in den vergangenen 2 Monaten waren für alle Lernenden und Lehrenden gross. Was hat uns diese ungewöhnliche Zeit im Hinblick auf das digitale Lernen gezeigt? Die Vor- und Nachteile die es beim digitalen Lernen zu meistern gibt, sind vielschichtig. Sie sind uns so richtig ins Bewusstsein gekommen während der mehrwöchigen homeoffice- oder homelearning-Zeit.
Es ist für uns alle wichtig, dass wir unsere Erfahrungen überdenken und brauchbare Schlüsse für das weitere Online-Lernen-Lehren ziehen können.

Die Einführung des Online-Lernens hat in vielen Weiterbildungsinstitutionen nicht erst mit Corona begonnen. Dennoch hat dieser Zeitabschnitt eine enorme Beschleunigung der digital gestützten Angebote mit sich gebracht. Programme von grossen Softwareanbietern haben einen grossen Teil der medialen Aufmerksamkeit beansprucht. Synchrone Hilfsmittel wie Webinare oder Live Videos stellten das Lerngeschehen ins digitale Rampenlicht. Nach den ersten Sitzungen/Lernveranstaltungen stellte sich oft eine Langeweile und Müdigkeit ein. Die Inhalte konnten oft nicht mit den technischen Anforderungen mithalten.

Darum habe ich bei meinen Kursen die Möglichkeiten des asynchronen, zeitunabhängigen Online-Lernens öfters eingesetzt. So konnten die Teilnehmenden Zeit und Ort für die Lernaufgaben selber auswählen. Die Kommunikation fand über email, whatsup, sms oder bestehende Lernplattformen (moodle, Microsoft Teams) statt. Didaktische Überlegungen zur Praktikabilität der verwendeten Werkzeuge für unterschiedliche Gruppen standen im Zentrum meiner Überlegungen.

«Je einfacher, desto besser» war mein Motto.

Eine Mehrheit der Kursteilnehmenden benutzten diese Angebote schnell und mit Interesse. Immer wieder konnten Tipps zur Bedienung der Software weiterhelfen. Einige haben sich zurückgezogen, trotz Nachfrage und Hilfsangeboten meinerseits. Manchmal war die Konzentrationsfähigkeit, der Wille zum Ausprobieren von neuen Instrumenten nicht vorhanden.

Es gab und gibt trotz allen gelungenen Veranstaltungen einen «digital divide» in Lerngruppen, auch wenn das im analogen Kursalltag leichter übersehen wird. Nicht alle Teilnehmenden haben einen schnellen Zugang zum Internet, passende Hardware und aktuelle Programme, die sie verwenden können. Nicht allen fällt es leicht online zu lesen und eigene Inhalte zu erarbeiten. Die gleichen Schwierigkeiten zeigten sich übrigens auch beim homeoffice von Angestellten, die zuvor selten zuhause gearbeitet haben.

Fazit: Die Probleme, die es während und nach der Corona-Krise beim digitalen Lernen zu lösen gilt, sind eine echte Herausforderung. Die konzentrierten Erfahrungen in den letzten 2 Monaten zeigen aber auch, wo man ansetzen kann – vor allem bei den eigenen digitalen Kompetenzen als Lehrende und bei der kontinuierlichen Unterstützung der Lernenden. Dies war auch schon vor Corona beim Lernen mit digitalen Medien so – und es wird auch danach weitergehen.

Weiterführende links:

https://www.mmb-institut.de/blog/die-digitale-bildungswirtschaft-in-zeiten-von-corona-profiteur-oder-opfer/
https://weiterbildunghessen.de/fileadmin/Bilder/Projekte/Digitalisierung/20190722_Leitfaden_Digi_fuer_Bildungsanbieter_Web.pdf

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