Mythos Multitasking

Kann ich wirklich mehrere Dinge gleichzeitig tun? Und dies über längere Zeit? Wie läuft das bei mir mit dem sogenannten Multitasking?

Diese Fragen muss ich mir immer wieder stellen, wenn ich mich wieder mal im Hamsterrad der Arbeitstätigkeiten befinde. Besonders die Zeit vor dem Jahresende verleitet mich und viele andere dazu möglichst viel noch schnell erledigen zu wollen.

Wir setzen uns heute mit unseren Ansprüchen an uns selber, unterstützt durch schön aussehende Geräte wie Apple Laptops und iPads selbst unter Druck. Denn der Computer ist die Maschine, die uns wirkliches Multitasking vormacht: Der Prozessor arbeitet simultan und in grosser Geschwindigkeit zahllose Algorithmen durch. Durch die vielen gleichzeitig geöffneten Fenster, Ordner und Kanäle, verleitet uns der Computer, es ihm gleich zu machen. Wir sind ständig an mehreren Fronten tätig. Wir rechnen in einem Spreadsheet etwas durch, erstellen eine Präsentation, unterbrechen das und beantworten eine E-Mail. Gleichzeitig hören wird, dass uns jemand über Whatsup anspricht. Dann läutet auch noch das Festnetztelefon. Aus dem Augenwinkel sehen wir, wie die nächsten E-Mails reinkommen. Und dabei sollten wir in 5 Minuten unser Büro verlassen und auf den Zug eilen.

“Multitasken” geht gar nicht, das weiss die Wissenschaft schon lange, ich auch. Zuviele Tätigkeiten auf einmal beginnen und immer wieder unterbrechen, braucht mehr Energie, erschöpft und bringt schlechte Resultate.

Immer wieder Pausen zu machen ist wichtig. Echte Pausen, nicht noch was Kleines erledigen in der freien Zeit. Sich Zeit für Spaziergänge nehmen, an der frischen Luft sein, tagträumen.

“Die beste Art der Pause ist die, wo du tagträumen kannst. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Tagträumen wie ein neuronaler Reset-Button wirkt. Das Gehirn fährt runter und erholt sich dadurch.”

(Daniel Levitin, Flow Nr. 12, S. 60)

Auch das Musikhören oder Lektüre, die unsere Fantasie anregen, gehören zu diesem Abschalten vom Alltagsstress.

Dennoch, wenn ich mich selber beobachte oder im Zug um mich schaue, sehe ich wenig entspannte Gesichter, die auf “Stand-by” gestellt sind und vor sich hin träumen.

Ist das wirklich so schwierig und muss von uns immer wieder geübt werden? Kann ich mein “Achtsamkeitstraining” trotz Computer & Co. immer mehr in den Alltag einbauen?

Das ist sicher ein “Weihnachtsgeschenk”, welches ich mir selber machen kann, die Vorbereitungen dazu haben bereits begonnen.

Machen Sie oder du auch mit?

 

 

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