Anders arbeiten?

Länger leben, anders arbeiten

Elisabeth Michel-Alder, Unternehmensberaterin, hat ein lesenswertes Buch über angepasste Formen der Erwerbsarbeit herausgegeben. Sie gehört zu den ü70, ist beruflich aktiv und innovativ. Sie stellt Arbeits- und Lebenskonzepte aus dem 20. Jahrhundert in Frage, die tief in unseren Köpfen verankert sind. Dazu gibt sie notwendige Impulse für das 21. Jahrhundert. Wenn wir länger leben – und damit auch länger arbeiten –, sollten wir dann nicht auch unsere Arbeitsbiographien anders gestalten? Die Bevölkerung wird älter, bleibt aber länger jung: Was bedeutet das für Geld, Gesundheit und Motivation als Ressourcen für den beruflichen Langstreckenlauf – und den Ruhestand?

Hier drei Punkte, die mich in ihrem Buch erstaunt oder in meiner Erfahrung bestätigt haben:

  • Es sind die ü50, welche am meisten neue Firmen gründen. Dabei dachte ich, dass es besonders Junge in die Selbständigkeit mittels «Start-up» drängt. Weit gefehlt!
  • Der viel gepriesene Wissenstransfer zwischen Jung und Alt funktioniert in wettbewerbsintensiven Umgebungen immer seltener. Wenn man um Punkte oder Boni kämpft, behält man seinen Wissensvorsprung lieber für sich. Besonders auch in global aufgestellten Firmen.
  • Das brüchig gewordene Rentensystem der 2. Säule ist im (noch) lange andauernden Tiefzinsumfeld zu einem grossen Stolperstein für die älteren Arbeitnehmenden geworden. Sie zahlen immer mehr ein und erhalten immer weniger Rente.

    Dass beruflicher Wiedereinstieg öfters mit einem Umstieg zu tun hat, das wissen wir schon lange. Allerdings fällt dies Personen, die Teilzeit arbeiten wollen oder müssen, nicht besonders leicht. Bereits eine Lücke von 3 – 4 Jahren kann eine Wiedereinstiegshürde sein. Arbeitsmittel und Methoden verändern sich sprunghaft. Seit der Personenfreizügigkeit in Europa, werden anspruchsvolle und interessante (Teilzeit-)Stellen online über Landesgrenzen ausgeschrieben und besetzt.

    Bei der Lebenserwartung von ü80 lohnt sich ein Wiedereinstieg mit 45 Jahren noch lange. Auch eine Aus- oder Weiterbildung kann sinnvoll sein. Die Weiterarbeit über das Pensionsalter hinaus wird aktuell. Impulse für den «Umstieg im Baukastensystem» werden skizziert. Gesundheit, eigene Motivation und Ressourcen sind Voraussetzungen, wenn man beruflich noch länger aktiv sein will oder muss.

https://www.dtv.de/buch/elisabeth-michel-alder-laenger-leben-anders-arbeiten-605675/

 
Und noch dies:
Rentenalter: Wo arbeiten die Europäer am längsten?
Die Spitzenreiter unter den europäischen OECD-Ländern sind die Isländer: Frauen gehen durchschnittlich mit 68 Jahren, Männer sogar erst mit 69,5 Jahren in Rente.
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/rentenalter-wo-arbeiten-die-europaeer-am-laengsten

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