Ein Jahr neuer Lernmöglichkeiten neigt sich dem Ende zu. Das situativ passende Lernen wird uns auch 2026 herausfordern.

Ein Jahr neuer Lernmöglichkeiten neigt sich dem Ende zu. Das situativ passende Lernen wird uns auch 2026 herausfordern.

Sicherheit und KI – ist das möglich oder schliesst sich das aus? Alle 1-2 Monate habe wir es mit neuen Produkten und Updates zu tun.
Am 2. Februar 2025 ist der AI-Act der EU mit den wichtigsten Bestimmungen zu verbotenen KI-Praktiken in Kraft getreten. In der Schweiz existiert ein solches Regelwerk (noch) nicht. Die bestehenden Gesetze bilden die neue digitale Bildungs- und Medienwelt nur ansatzweise oder gar nicht ab. Viele offene Rechtsfragen müssen in den nächsten Jahren festgelegt werden. Die KI Werkzeuge verändern sich schneller als die gerichtlich kodifizierte Praxis dazu. Wir müssen somit die Rechtssprechung im Auge behalten.
Es geht um die Anforderungen an Anbieter, Betreiber und Betroffene von KI-Software festzuhalten. Der sachkundige Einsatz soll Chancen und Risiken verständlicher, mögliche Schäden für Private und Betriebe bewusster machen.
Wikipedia – einen Schritt zurück
In der Praxis der Informationssuche zeigt sich, dass KI-Zusammenfassungen oder Chatbot-Antworten in der Bildung oft von Daten aus Wikipedia trainiert werden. Darum lohnt sich die direkte Suche in Wikipedia weiterhin. Die Online-Enzyklopedie gibt es bereits seit 25 Jahren. Sie hat verlässlichere Sicherheitsmechanismen als KI eingebaut und Standards der Integrität transparent gemacht (https://blog.wikimedia.de/2025/10/08/wikipedia-zuverlassige-informationen/).
Achtung: Es gibt seit Ende September 2025 eine *Grokipedia Enzyklopädie“ von Elon Musk, die mit Daten von Wikipedia durch KI trainiert werden – als Gegenpol zu Wikipedia, die nicht gewinnorientiert und faktenbasiert arbeitet.
Fragetechniken – um Wissen zu übernehmen
Diese bewährten Fragetechniken für die Bildung versuchen das kritische eigene Denken und ein vertiefteres Vertständnis zum Thema zu fördern.
1. Plausibilität: Ist das möglich? Erste Einschätzung, mein Bauchgefühl, Fehler und Ungereimtheiten entdecken.
2. Recherche: Welche Quellen und Beispiele wurden verwendet? Kann ich Informationen dazu auf dem Internet oder in der Literatur finden?
3. Gegenargumente: Wie sieht das Gegenteil aus? Kann ich einen anderen Blickwinkel einnehmen? Lass mich den „Advocatus Diaboli“ spielen und Widersprüche aufdecken.
4. Entscheidung: Im Team besprechen, Entscheidung dokumentieren durch Übernehmen – Anpassung – Ablehnung, weitere Abklärungen treffen.

Grafik: Digital Nomads Across Time“, Yutong Liu & Digit, https://betterimagesofai.org/images
Und zuletzt ein interessanter Suchtipp von Ethan Mollik zur Funktion „Deep Research mode“, (Ethan Mollik, https://www.oneusefulthing.org/p/an-opinionated-guide-to-using-ai)
Vielen Dank Ethan für die wichtige Veröffentlichung. Allerdings würde ich meine eigenen Daten nicht mit den KI-Modellen verbinden (Abbildung Claude).

„Deep Research is a mode where the AI conducts extensive web research over 10-15 minutes before answering. Deep Research is a key AI feature for most people, even if they don’t know it yet, and it is useful because it can produce very high-quality reports that often impress information professionals (lawyers, accountants, consultants, market researchers) that I speak to. Deep Research reports are not error-free but are far more accurate than just asking the AI for something, and the citations tend to actually be correct. Also note that each of the Deep Research tools work a little differently, with different strengths and weaknesses. Even without deep research, GPT-5 Thinking does a lot of research on its own, and Claude has a “medium research” option where you turn on Web Search but not research.“
Externe Links:
KI-Output und Urheberrechte, OER (Open Education Ressources= öffentliche Bildungsinhalte):
Interner Link: https://www.muellerkaelin.ch/zusammenarbeiten-mit-smarten-maschinen/

Top Tools for Learning 2025 – auch dieses Jahr stellt Jane Heart in ihrem Blog, nach einer Umfrage bei Bildungsfachleuten, die 100 wichtigsten Werkzeuge für Lernende vor.
Beste Werkzeuge für Lernen im Privat- und Berufsleben:
1. Eigenes Lernen & Produktivität 2. Kommunikation & Kollaboration 3. Inhalte kreieren und verwalten 4. Kurse bestalten und bearbeiten.
Die ersten 10 Treffen überraschen dich und mich nicht.
Evergreen
1. Youtube, Videohosting u. -sharing Plattform, wie schon in den letzten 10 Jahren ein Renner.
Aufsteiger
2. Chat GPT, AI Chatbot von Open AI (Microsoft im Hintergrund), der Aufsteiger in den letzten 3 Jahren, knapp hinter youtube.

Standard
3. Powerpoint Präsentationssoftware von Microsoft, anscheinend werden immer noch viele Präsentationen gemacht.
4. Google Suchmaschine, trotz KI Werkzeugen immer noch viel gebraucht.
5. Zoom, Video Meeting Plattform, seit der Coronazeit oft gebraucht.
6. Word Text- u. Dokumentationssoftware, seit langer Zeit privat und im Büro verwendet.
Aufsteiger
7. Microsoft Teams, Zusammenarbeitsplattform im Büroalltag
8. LinkedIn, öffentliche Netzwerkplattform im Businessbereich
9. Canva, Grafiksoftware
Top Aufsteiger
10. Gemini, AI Chatbot von Google
Top 100 Tools 2025 : By Category
https://www.muellerkaelin.ch/top-tools-for-learning-2024/
Achtung bei Chatbots:
Lehrende und Lernende mit wenig Erfahrung in der Interaktion mit Chatbots und CustomGPTs* sind häufig weniger kritisch eingestellt, sie akzeptieren die Antworten der Assistenzsysteme. Als vorsichtige „Mitspieler“ und weniger als „Spielleiter“ steuern sie die Dialoge nicht aktiv mit. Sie können einen bereitgestellten CustomGPT als „unterstützenden Lernpartner“ mit ihren Eingaben weiter befragen:
– „Bitte eine genauere Begründung“
– „Komm schneller auf den Punkt“
– „Nicht mehrere Fragen auf einmal, eins nach dem anderen“
*CustomGPts sind benutzerdefinierte Versionen von ChatGPTs, die Sie mit Ihren eigenen Daten trainieren und so immer besser an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können.
Die 3 Arten von Custom GPTs:
Persönliche Assistenz: Individuelle Custom GPTS, die genau auf Ihre Aufgaben und Themen abgestimmt sind und Ihnen helfen produktiver zu arbeiten.
Zusammenarbeit im Team: Gemeinsame Custom GPTS, die Sie über einen Link mit anderen Personen, Ihrem Team oder Ihrer Organisation teilen können.
Kommunikation mit Kundinnen und Kunden: Öffentlich zugängliche Custom GPTS, z.B. Chatbots im Kundenservice.
https://digicomp.ch/blog/2024/04/10/custom-gpt-vorteile-einsatz-beispiele
KI Monitoring 2/2025, Stadt Zürich, Laufbahnzentrum
https://zueribox.stadt-zuerich.ch/zueribox/index.php/s/zup2jhZTThmJUCu
Verwendung von Chat GPT – Untersuchung von OpenAI:
https://cdn.openai.com/pdf/a253471f-8260-40c6-a2cc-aa93fe9f142e/economic-research-chatgpt-usage-paper.pdf?_bhlid=820d7c2521098ff5d299cab656fb742483898001&utm_campaign=openai-anthropic-reveal-how-users-use-ai&utm_medium=newsletter&utm_source=www.therundown.ai

Micro Credentials
Der innovative Charakter dieses Vorschlags besteht darin, dass die Menschen selbst bei der Kompetenzentwicklung im Mittelpunkt stehen. Außerdem werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Finanzierung auf den individuellen Weiterbildungsbedarf abzustimmen.“
(Quelle: https://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=de&catId=89&newsId=10118&furtherNews=yes)

Die Micro Credentials sind in der Bildungswelt bereits seit mehreren Jahren ein Thema. Viele Online-Angebote stellen den Teilnehmenden entsprechende Zertifikate/Credentials zur Verfügung. Selber habe ich mir auch schon von futurelearn.com und iMoox solche Credentials runtergeladen, als Nachweis eingesetzt habe ich sie (noch) nie. Gelernt habe ich einiges in den Themen Online-Learning und Literatur. Allerdings besteht bei solchen Angeboten die Gefahr, dass Weiterbildungen, die auch Präsenzanteile enthalten (Hybride Angebote), verdrängt werden. Diese Entwicklungen werden die Weiterbildungsbranche in den nächsten Jahren stark verändern und die Kosten wahrscheinlich vermehrt auf den Einzelnen überwälzen. Seit der Coronakrise haben die grossen Anbieter von Online-Weiterbildung zugelegt und ihre Geschäftsmodelle ausgebaut.
Microcredentials_and_ILA_factsheet_FINAL_DE
SVEB Projekt Micro Credentials :https://alice.ch/de/sveb/projekte/micro-credentials/
https://alice.ch/app/uploads/2023/02/Micro-Credentials-aktuelle-Entwicklungen.pdf
#SocialRights #EUSkillsAgenda #MicroCredentials
Niederschwellige und günstige Kursangebote dazu
https://www.besser-jetzt.ch/kurssuche.cfm?kanton=1&page=kanton_landing
https://beruf.lu.ch/Beratung_und_Unterstuetzung/Finanzielle_Unterstuetzung/Bildungsgutscheine
https://www.eb-zuerich.ch/angebote/eb-basic
Dazu kommen die vielen Arbeitgeber in der Schweiz, die ihre Mitarbeitenden bei der Weiterbildung unterstützen. Sie fördern seit langem externe Kurse oder interne Schulungsangebote. Auch hier kann man sich die Kompetenzen anerkennen lassen.
Anforderungen in Mathematik und Deutsch in der Berufsbildung
Das Kompetenzraster der Bildungs- und Kulturdirektion Bern zeigt eine Übersicht über die Anforderungen an mathematischen Fähigkeiten und an die Erstsprache Deutsch (inkl. Musteraufgaben) aller Berufe. Die künftigen Berufslernenden können mit diesen Angaben ein persönliches Kompetenzprofil erstellen, im Sinne einer Standortbestimmung. Sie können prüfen, ob sie die bei Lehrbeginn geforderten Kompetenzen erfüllen oder nicht.
https://app-p-kompetenzraster.azurewebsites.net/#/about
Im Anhang nochn ein Beitrag aus dem englischen Sprachraum. Badges sind virtuelle Bestätigungen/Abzeichen, die im Bildungsbereich eingesetzt werden, um die Aktivitäten und Leistungen von Lernenden zu bestätigen. Doch auf diesem Spielfeld gibt es derzeit noch keine festen Regeln. Jede/r kann Badges ausstellen.
Dennoch gehen viele Firmen davon aus, dass in Zukunft vermehrt „Microcredentials and badges“ längere Weiterbildungen ablösen werden. Wir werden sehen, der Übergang in die neuen Formate wird interessant und holprig sein.

Creating a Digital Badge Taxonomie:
https://er.educause.edu/articles/2022/9/creating-a-digital-badge-taxonomy-to-foster-shared-meaning

Short Advanced Studies (SAS) sind kurze, modulartige Weiterbildungskurse, die praxisorientiert und auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abgestimmt sind. Sie sind eine Form von sogenannten Microcredentials (vgl. Arbeitspapier von swissuniversities). Im Unterschied zu den CAS, DAS und MAS sind sie nicht einheitlich geregelt. SAS ist also lediglich eine Bezeichnung unter vielen für Microcredentials. SAS werden erst seit Kurzem angeboten, etwa von der Berner Fachhochschule oder der Hochschule Luzern.
– Die Zertifikate entsprechen den Standards von swissuniversities und sind auf Programme wie CAS, DAS oder MAS anrechenbar.
– Der modulare Aufbau fördert gezielt Kompetenzen und unterstützt Lifelong Learning.
– Erste SAS starten im Herbst 2025, das Angebot wird laufend erweitert und ergänzt bestehende Fachkurse.
Internationale Ansätze:
Micro Credentials: Aktuelle Entwicklung in der Schweiz und auf internationaler Ebene, Franziska Hedinger, SVEB 2024
Micro-Credentials-aktuelle-Entwicklungen
Und bereits gibt es in Washington/USA Trainings und Gruppen für Ausbilder/innen, die ihre Kompetenzen mit digitalen Lernbausteinen anerkennen lassen.
https://www.nea.org/professional-excellence/professional-learning/micro-credentials
A micro-credential is a short, competency-based recognition. NEA offers over 175 micro-credentials that have been created by educators for educators.
https://nea.certificationbank.com/NEA/Stack_Library
Datenbank von Micro- Credentials, National Education Association (NEA)

Quelle: www.voronoiapp.com, vgl. auch Blogbild mit Datenvisualisierung über Bachelorabschlüsse in verschiedenen Ländern.
* Visualisierung von Daten ist der Prozess der Umwandlung komplexer Daten in klare, visuell ansprechende und leicht verständliche Diagramme, Grafiken und Bilder. Packende Geschichten werden mit Bildern erzählt. So können komplexe Informationen leichter vermittelt werden.
Artikel von Marc Zoe-Sanders in Englisch, mit grafischer Darstellung, über den Gebrauch von AI 2025:






Vier Typen von Anerkennungsverfahren:
Examensbasierte Dispensation: z.B. schriftlicher Test, welcher zu einem Erlass von Unterrichtsteilen führt
Examensbasierte Teil-/Vollzertifizierung: z.B. schriftlicher Test, welcher direkt zu einem Zertifikat führ
Gleichwertigkeitsprüfungsbasierte Dispensation: z.B. Einreichen eines Portfolios, welches zu einem Erlass von Unterrichtsteilen führt
Gleichwertigkeitsprüfungsbasierte Teil-/Vollzertifizierung: z.B. Einreichen eines Portfolios, welches direkt zu einem Zertifikat führt
Abbildung 1: Typologie von Anerkennungsverfahren und ihr Vorkommen in Europa
Quelle: Studie der Professur für Bildungssysteme der ETH Zürich, Renold U., Bolli, T., Dändliker, L., & Rageth, L. (2023)
Links zu Anerkennungsverfahren in der Schweiz:
1. Die Anerkennung ausländischer Diplome kann eingesehen werden unter:
https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/bildung/diploma.html
2. Schweiz-Québec: Anerkennung von Qualifikationen im Bereich Gesundheit/Soziales (Juni 2022)
https://fedlex.data.admin.ch/eli/dl/proj/2021/121/cons_1
3. Institutionelle Anerkennung von Berufspraxis in Gastronomie und Hotellerien (Kanton Wallis)
https://www.vs.ch/de/web/sfop/rap
4. Mit ausländischen Berufsqualifikationen in der Schweiz arbeiten?
https://www.recognition.swiss/de
5. Nationaler Qualifikationsrahmen (NQR) für die Abschlüsse der Berufsbildung: https://transfer.vet/nqr-in-der-schweiz-vielleicht-doch-erfolgreicher-als-gedacht/
6. Zugang zur Hochschulbildung für Geflüchtete:https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=104660
7. Bestandesaufnahme Anerkennungsverfahren durch Ecoplan, 20.3.2025, Bern:“Wer mit einem ausländischen Berufsabschluss in der Schweiz arbeiten möchte, hat in vielen Berufen Zugang zum Arbeitsmarkt. Dies gilt nicht für eine überschaubare Anzahl von Berufen etwa in der Medizin oder Pflege, die staatlich reglementiert sind und eine Diplomanerkennung erfordern. Laut einer Studie von Ecoplan funktioniert die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen für solche Berufe gut. Probleme können entstehen, wenn die Kantone für die Reglementierung solcher Berufe zuständig sind, die Anerkennung aber Bundessache ist. Zudem werde der Schweizer Arbeitsmarkt durch das Berufsprinzip strukturiert. Das bedeutet: Was eine ausgebildete Fachkraft können muss, ist in einem formalen Berufsabschluss festgehalten, der den Arbeitgebenden vertraut ist, während ausländische Qualifikationen schwieriger einzuschätzen sind. Niveaubestätigungen können ein Mittel dagegen sein; ihr Nutzen sei allerdings umstritten, so die Studie.“ (https://transfer.vet/bestandesaufnahme-anerkennung-auslaendischer-berufsqualifikationen/)
Bestandesaufnahme_anerkennung_auslaendische_berufsqualifikationen_de

Hier ein Auszug aus dem Unesco-Interview am Sitz in Hamburg:
„Digitale Technologien spielen eine zentrale Rolle, um Bildung als grundlegendes Menschenrecht weltweit zu gewährleisten. Sie bieten enorme Chancen, den Zugang zu Bildung zu erweitern, Inklusion zu fördern und die Relevanz sowie Qualität des Lernens nachhaltig zu verbessern. Insbesondere im Bereich des lebenslangen Lernens eröffnen IKT-gestützte Ansätze neue Möglichkeiten, Bildung flexibler, individueller und skalierbarer zu gestalten.
Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, einige der größten Herausforderungen im Bildungswesen zu bewältigen. Sie kann Lehr- und Lernpraktiken transformieren, indem sie personalisierte Lernwege ermöglicht, den Lernfortschritt analysiert und evidenzbasierte Empfehlungen für Lehrkräfte und Lernende liefert. Auch in der Erwachsenenbildung kann KI dazu beitragen, den Lernprozess effektiver und an die spezifischen Bedürfnisse der Lernenden angepasst zu gestalten.
Gleichzeitig ist es essenziell, dass der Einsatz dieser Technologien auf ethischen Leitlinien basiert und von den Grundsätzen der Inklusion und Gerechtigkeit geleitet wird. Technologische Innovation darf nicht dazu führen, bestehende Ungleichheiten zu vertiefen. Stattdessen müssen digitale Bildungsangebote so gestaltet sein, dass sie die Bildungschancen insbesondere für benachteiligte Gruppen verbessern.
Ein kritischer Punkt bleibt jedoch der Zugang zu diesen Technologien. Etwas mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung nach wie vor keinen Zugang zum Internet. Diese digitale Kluft muss dringend geschlossen werden. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass Nutzer*innen weltweit über Informations- und Medienkompetenzen verfügen, um Hassrede und Desinformation im Netz zu erkennen und ihr wirksam entgegenzutreten.
Wie wird das Institut sicherstellen, dass lebenslanges Lernen inklusiv ist und die Vielfalt der Lernenden weltweit anspricht?
Qualitativ hochwertige Lernangebote müssen für alle zugänglich sein. Die Verringerung von Ungleichheiten ist eine grundlegende Voraussetzung, um das Recht auf hochwertige Bildung für alle zu gewährleisten. Derzeit profitieren jedoch vor allem jene von Bildungsangeboten, die bereits in der Vergangenheit Zugang zu Bildungschancen hatten. Menschen mit Defiziten in Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen sind hingegen am stärksten von Ausgrenzung bedroht.
Genau auf diese Gruppen richten wir unser besonderes Augenmerk – seien es Geflüchtete, Mädchen und Frauen, von Armut Betroffene oder Inhaftierte. Gemeinsam mit Ländern weltweit arbeiten wir daran, flexible Bildungswege zu schaffen, um insbesondere denjenigen, die in jungen Jahren keinen Zugang zu Bildung hatten, Lernmöglichkeiten zu eröffnen.
Das Versprechen des lebenslangen Lernens gilt für alle – und dieses Ziel treibt unser tägliches Handeln an.“
Lerntransfer Berufsbildung mit personalisierter Handlungsorientierung durch Assistenten der AI (Podcast):
https://inside-berufsbildung.podigee.io/#latest-episode-player
Medienkompetenz für ältere Menschen – EU_Projekt „Information matters“
https://informationmatters.eu/de/
Und zuletzt ein Überblick von Josh Bersin zum Lernen in Organsiationen, der die grosse Bedeutung von AI seit 2024 veranschaulicht:

https://joshbersin.com/2025/03/a-revolution-in-corporate-learning-begins-join-us-on-the-journey/
„AI Changes Everything
…Well, as we’re exploring in our research, all this is about to change. AI, the technology of the decade, is perfectly suited for what we need to do. AI helps companies build content quickly, it produces creative new content at scale, and it gives users a personalized, dynamic experience to learn. And I’m not just hyping an idea: I’ve seen what AI can do and the results are staggering in many ways.“

Ein Strom von technologischen Veränderungen beschäftigt die Bildungsinstitutionen seit vielen Jahren auf immer neue Weise. Seit Apple 2007 das iPhone und 2010 den iPad auf den Markt brachte, haben viele Menschen weltweit grosse Hoffnungen auf mobiles Lernen gesetzt. Die schnell darauf folgenden MOOCs – Massive Open Online Courses – boten Gratis-Onlinekurse an, welche die Demokratisierung des Lernens versprachen. Im Verlauf der Jahre wurden viele dieser MOOC-Angebote kommerzialisiert, haben sich teilweise bezüglich Online-Lernmethoden verbessert.
Es entstanden neue Lehrgänge an Bildungsinstitutionen, die mit wenig Präsenzunterricht und viel eigenem Online-Lernen zuhause absolviert werden können. Spiele mit einfachen Belohnungsmechanismen – Gamifizierung – wurden von vielen Jugendlichen begeistert aufgenommen und in Lernaufgaben übertragen. Immersivere Lernerfahrungen mit komplexeren Spielen und 3D-Brillen ermöglichen heute mehrdimensionale Lernerfahrungen im Bildungswesen.
Die Remote-Zusammenarbeit wurde ab 2013 mit Canva und ab 2019 mit Miro zu einer wichtigen Form der Zusammenarbeit für Studierende und Lehrende. So kann von jedem Ort aus zusammengearbeitet werden, es gibt Online-Räume für Teamarbeit. Die Pandemie hat ab 2020 Videoplattformen wie Zoom und Microsoft Teams für den hybriden Austausch normal werden lassen.
Im Jahr 2025 werden uns technologische Angebote beim Lernen weiter auf Trab halten. Die grossen amerikanischen Anbieter Microsoft, Apple, Meta und Adobe werden ihre Produkte und Marktanteile ausbauen. Zugänge zu „KI-künstlicher Intelligenz“ werden in diese Plattformen eingebaut. Viele Menschen experimentieren mit ChatGPT von Microsoft für Textgenerierungen, mit der Firma perplexity.ai für Recherchen, die bei der Suche verschiedene KI-Tools einbindet.
Die grosse Frage bleibt, ob und in welcher Formen diese unzähligen technologischen Angebote gemeinsames und individuelles Lernen fördern oder teilweise sogar nivellieren. Wird die KI an die Bedürfnisse der Lernenden angepasst, werden die fachlichen Inhalte richtig angezeigt? Setzen wir erneut die Lern-Segel und probieren es selber aus.

Quelle: Dr. B. Döbeli, Dachseminar 27.5.24 von EDK, KMK und BMSWF
